Katalog Bücher: Neuerscheinungen

 Ackermann

Jürgen Ackermann: Orb im Königreich Bayern  1814 bis 1866.
                                  Eine Studie zu den sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Zusammenhängen.
1814 kam Orb mit dem ehemals mainzischen Fürstentum Aschaffenburg und dem Großherzogtum Würzburg an die Krone des Königreichs Bayern und verblieb bei ihr bis zum Ende des Deutschen Krieges im Jahre 1866 zwischen Österreich und 16 süddeutschen Staaten gegen Preußen. Das halbe Jahrhundert der bayerischen Zeit bescherte Orb ein turbulentes Auf und Ab. Die Stadt wurde Kreisstadt, als Sitz des damals „Landgericht“ genannten Bezirks der untersten staatlichen Verwaltungsebene. Einige Gebäude im damaligen Baustil zeugen noch davon. In diese Zeit fiel aber auch der Niedergang des Haupterwerbs der Orber, der Saline, und die daraus folgende Verarmung der Bevölkerung, die in diesen Jahrzehnten sprunghaft anstieg. Der Mord an einem Staatsbedienten in Orb schreckte die Regierungen in Würzburg und in München auf. König Ludwig I. verfügte eine Sammlung im gesamten Königreich, um der Stadt aufzuhelfen. Zahlreiche wohltätige Einrichtungen entstanden. Die infrastrukturellen Maßnahmen verbesserten jedoch nur punktuell die erbärmliche Lage. Die Einführung einer neuen Industrie gelang nicht. 1848/1849 kam es zum bewaffneten Aufruhr in der kleinen Spessartstadt. Die bayerischen Soldaten wurden vertrieben, kamen aber mit Kanonen wieder zurück. „Orber Revolution“ nennt man in Orb noch heute die Ereignisse. Schließlich fällt in die bayerische Zeit 1837 die Gründung der ersten Solebadeanstalt durch den Apotheker Franz Leopold Koch – wegweisend für die Zeit nach dem endgültigen Aus für die Salzgewinnung in den 80er Jahren des Jahrhunderts. 1866, nach dem sog. Deutschen Bruderkrieg, trennte das siegreiche Preußen den vormals Kurmainzer Bezirk von Bayern ab und verleibte ihn seiner neuen Provinz Hessen-Nassau ein.
>1. Auflage 2016. 132 Seiten, 33 farbige und zahlr. sw Abbildungen,
Hardcover (ISBN13: 978-3-927176-37-9)  Euro 24,80